Eine Welt ohne Bindungstrauma… / Teil 2

Ich folge einfach meinem Impuls, lasse meiner Vorstellungskraft freien Lauf. Ich habe keine Ahnung, wie viele Teile und welche Themen es geben wird. Es will raus und darf einfach fließen. :-)

… ist eine Welt, in der Geld neutral ist.

Stell dir kurz vor: Geld hätte nichts mit Wert zu tun. Ein Obdachloser und ein Firmenchef wären gleich viel wert. Ein Mensch mit viel Geld wirkt für uns automatisch erfolgreicher als einer ohne. Wir verknüpfen Geld und Wert so selbstverständlich, dass wir es kaum noch merken.

Die Verknüpfung, die wir kaum hinterfragen

Je teurer etwas ist, umso wertvoller erscheint es uns. Je mehr Geld jemand hat oder verlangt, umso bedeutender wirkt diese Person. Das Thema Geld war und ist für mich immer noch ein heikles Thema, gerade weil diese Verknüpfung so tief sitzt.

Ich kann mir aber eine Welt vorstellen, in der Geld und Wert gar nichts miteinander zu tun haben. Es ist eher ein Gefühl, schwer in Worte zu fassen – aber ich versuche es anhand von Beispielen.

Woher diese Verknüpfung kommen könnte

Geld ist allgegenwärtig, aus unserem Leben kaum wegzudenken. Und gerade weil wir es so oft mit dem Wert von etwas oder jemandem verbinden, stellen wir damit unbewusst etwas Materielles über etwas Lebendiges – über Mensch, Tier, Natur. Das ist eine Richtung, die wir korrigieren dürfen. Durch Traumaverarbeitung passiert das oft ganz von selbst. Diese Richtung scheint eine Folge von Bindungstrauma zu sein. Ein Bindungstrauma entsteht unter anderem dann, wenn Kinder nicht als einzigartige Individuen behandelt werden, sondern eher als Objekte, die zu etwas Wertvollem erst werden müssen. Daraus entsteht die Wahrnehmung, dass alles einen Wert hat – auch man selbst. Dabei ist der Wert von etwas Lebendigem eigentlich gar nicht messbar. Das darf unser kontrollierender Verstand vielleicht erst wieder lernen zu akzeptieren.

Wie könnte so eine Welt aussehen?

Wie könnte eine Welt aussehen, in der Geld nicht mit Wert zusammenhängt? In der Geld einfach neutral ist, ohne all die Projektionen darauf?

Menschen leben ihre Einzigartigkeit und verlangen für ihre Kreationen so viel Geld, wie sie möchten – denn der Preis sagt nichts über den Wert der Kreation aus. Er sagt nur eins: Der Erschaffer möchte einen Energieausgleich in dieser Form (Geld) für sein Werk. Genauso gut könnte er auch etwas anderes verlangen oder gar nichts. Willst du dir diese Erfahrung erlauben, zahlst du den Preis. Punkt. Die Erfahrung ist das, was zählt – das Geld bleibt neutral.

Zurück zu unserem Obdachlosen und dem Firmenchef von vorhin: Beides – Obdachlosigkeit oder Firmenführung – ist letztlich nur eine menschliche Erfahrung, nicht mehr und nicht weniger. Jeder Mensch darf die Erfahrung machen, die er machen möchte, und andere dürfen das annehmen, ohne zu bewerten.

Auf die Idee, ein Kind zu maßregeln, weil es sich beim Spielen schmutzig macht oder etwas kaputt geht, kommt dann auch niemand – weil dort das Geld nicht wichtig ist, sondern die Erfahrung des Kindes.

Natur, Pflanzen, Tiere, Erde gehören allen und müssten nicht mit Geld bezahlt oder besteuert werden. Für die Nutzung natürlicher Ressourcen könnten wir stattdessen mit unserer Lebenszeit und Energie "zahlen", die wir in die Erhaltung der Natur investieren. Ein Beispiel: Brauchst du Holz, wird ein Baum gefällt – also pflanzt du persönlich zehn neue. Nicht als Pflicht, sondern aus echter Dankbarkeit.

Der Einwand, der immer kommt

Wenn ich solche Gedanken teile, höre ich oft: "Das ist utopisch und naiv. Wie soll man das denn umsetzen? Wie soll das kontrolliert werden?"

Und genau da liegt für mich der Punkt: Kontrolle. Viele Ideen werden als naiv abgetan, weil sie sich eben nicht kontrollieren lassen. Diese Sucht nach Sicherheit und Kontrolle ist eine Bindungstrauma-Folge. In einer Welt ohne Bindungstrauma müsste wahrscheinlich gar nichts kontrolliert werden – weil wir Sicherheit im Inneren spüren, statt sie ständig im Außen zu suchen.

Was am Ende zählen würde

Lebenszeit, Einzigartigkeit, Freiheit, Lebendigkeit, Verbindung, Erfahrungen – das Lebendige ist das, was zählt. Geld nicht. Kontrolle auch nicht.

Die Voraussetzung dafür wäre, dass jede und jeder von uns die eigenen Traumata verarbeitet hat – und dieses tiefe Vertrauen ins Leben spürt, diese Sicherheit im Inneren. Denn genau das versetzt uns in die Lage, uns jederzeit so viel Geld zu erschaffen, dass unser Überleben gesichert ist.

Fühl mal kurz rein… Klingt das nicht nach einer schönen Welt?

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